Schneelast nach SIA 261: was Ihr Standort wirklich tragen muss

Schneelast nach SIA 261: was Ihr Standort wirklich tragen muss

Zwischen 92 und über 1700 kg/m² — so weit liegen die Richtwerte in der Deutschschweiz auseinander. Warum, und was das für einen Solarcarport bedeutet.

1368
Gemeinden im Atlas
2690
Ortschaften mit eigenem Wert
92 – 1772
kg/m² Spannweite der Richtwerte
21
Kantone

Die Norm, die über jede Dachkonstruktion entscheidet

Die Norm SIA 261 des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins legt fest, welche Einwirkungen ein Tragwerk aufnehmen muss. Schnee ist davon die bekannteste — und bei einem Carport meist die bestimmende. Sie ist kein Gesetz, aber sie gilt als Regel der Baukunst: Baubehörden verlangen ihre Einhaltung, und im Schadenfall prüft jede Versicherung, ob danach gebaut wurde.

Die Norm setzt als Schutzziel das fünfzigjährliche Ereignis fest. Das Dach muss also dem Schnee standhalten, der statistisch einmal in fünfzig Jahren erreicht wird — nicht dem Schnee eines durchschnittlichen Winters.

kN/m² und kg/m²: dieselbe Last, zwei Sprachen

Ingenieure rechnen in Kilonewton pro Quadratmeter, kN/m². Das ist eine Kraft pro Fläche. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, rechnet um: 1 kN/m² entspricht rund 102 Kilogramm pro Quadratmeter.

Ein Beispiel macht die Grössenordnung greifbar. Ein Doppelcarport von 30 m² im Mittelland, bei einem Richtwert von 110 kg/m², trägt bei vollem Ansatz rund 3,3 Tonnen. Derselbe Carport auf 900 Metern, bei 320 kg/m², trägt fast 10 Tonnen. Es ist dasselbe Bauwerk — aber nicht dieselbe Konstruktion.

Die Formel, und warum die Höhe nicht genügt

Die charakteristische Schneelast auf dem Boden ergibt sich aus einer einzigen Gleichung:

sk = [1 + (h₀ / 350)²] × 0,4 kN/m², mindestens jedoch 0,9 kN/m²

Entscheidend ist h₀, die Bezugshöhe. Sie ist nicht die Höhe über Meer. Sie ist die Höhe über Meer plus eine Korrektur, die der Anhang D der Norm auf einer Karte festhält. Die Schweiz ist dort in fünf Klimazonen unterteilt: −200 m, ± 0 m, + 200 m, + 400 m und + 500 m.

Diese Korrektur ist der Grund, warum die Höhenlage allein nichts aussagt. Arosa liegt auf 1790 Metern und in der Zone ± 0 m, weil Südostbünden trocken ist. Wald im Zürcher Oberland liegt auf 620 Metern und in der Zone + 200 m. Wer die Zone weglassen und nur mit der Höhe rechnen würde, läge in Wald um vierzig Prozent zu tief — und zwar auf der unsicheren Seite.

Unter 391 Metern Bezugshöhe greift immer der Mindestwert der Norm von 0,9 kN/m². Deshalb steht bei vielen Gemeinden am Rhein oder am Genfersee derselbe Wert von 92 kg/m². Über 2000 Metern über Meer gilt die Formel nicht mehr; dort wird die Last objektspezifisch bestimmt.

Warum eine Gemeinde nicht eine Zahl hat

Eine Gemeinde ist eine Verwaltungseinheit, kein Höhenband. In der Deutschschweiz umfassen 539 der 1368 Gemeinden mehrere Ortschaften, und 222 davon decken mehr als einen Lastbereich ab.

Wädenswil am Zürichsee ist das Lehrbeispiel: das Seeufer liegt auf 455 Metern in der Zone ± 0 m, Hütten auf 726 Metern in der Zone + 200 m. Der Richtwert steigt von 110 auf 326 kg/m² — fast das Dreifache, bei zwölf Minuten Fahrzeit. Eine einzige Zahl für „Wädenswil“ wäre für die eine Hälfte der Gemeinde falsch und für die andere gefährlich.

Deshalb rechnet unser Atlas je Ortschaft und nennt auf jeder Gemeindeseite die massgebende — diejenige mit der höchsten Last.

Was die Last für einen Solarcarport verändert

Ein Carport ist nicht irgendein Nebenbau. Solange das Dach offen ist, fällt der Schnee hindurch. Sobald Module darauf liegen, wird daraus eine geschlossene Fläche: der Schnee bleibt liegen, rutscht anders ab, und der Wind greift anders an. Aus einem Unterstand wird ein Tragwerk.

Die Last bestimmt dann der Reihe nach: die Profilquerschnitte, den Abstand zwischen den Stützen, die Länge der Auskragung, die Art der Verbindungen und die Tiefe der Fundamente. Bei über 800 Metern Bezugshöhe kommt die Schneeschanze am Dachrand hinzu, die die Norm für auskragende Dachteile verlangt.

Aluminium oder Stahl? Die Frage lässt sich nicht an der Schneelast allein beantworten. Sie hängt ebenso an der Spannweite, der Geometrie, den Querschnitten, der Anzahl und Lage der Stützen, dem Wind, den Verbindungen und den Fundamenten. Der Atlas sagt Ihnen, in welcher Situation Ihr Grundstück liegt. Was gebaut wird, entscheidet die statische Berechnung Ihres Projekts.

Unsere Solarcarports

Vom Einzelplatz bis zur Anlage für Unternehmen — jede Struktur wird auf die Last Ihrer Adresse gerechnet und mit der Berechnung geliefert.

Solarcarport Mönch

MÖNCH

1–2 Plätze · 4–8 kWp
Solarcarport Eiger

EIGER

2 Plätze · 6–10 kWp
Solarcarport Pilatus

PILATUS

2–4 Plätze · 8–16 kWp

Offerte anfordernStandortrechnerAlle Modelle

Der Atlas: Werte für Ihre Gemeinde

Wir führen die Richtwerte für 1368 Gemeinden und 2690 Ortschaften der Deutschschweiz. Zu jeder Ortschaft gehören die Höhenlage aus dem Höhenmodell von swisstopo, die Zone nach Anhang D, die daraus berechnete Bezugshöhe und die Last in beiden Einheiten.

Ein Test, den Sie bei jedem Anbieter anwenden können: Wer Ihnen einen Preis nennt, ohne nach Ihrer Adresse zu fragen, hat Ihre Struktur nicht gerechnet.

Nach Kanton

Zürich — alle 160 Gemeinden

Bern, Aargau, Luzern, St. Gallen, Thurgau und die übrigen Kantone folgen. Zur Atlas-Übersicht

Häufige Fragen zur Schneelast

Welche Schneelast muss ein Solarcarport aushalten?

Die massgebende Last richtet sich nach der Bezugshöhe h₀ Ihres Standorts, nicht nach einem allgemeinen Wert. In der Deutschschweiz reichen die Richtwerte von rund 92 kg/m² im Rheintal und in Basel bis über 800 kg/m² in Voralpengemeinden. Den Wert Ihrer Ortschaft zeigt der Standortrechner.

Wie wird der Carport für meinen Standort dimensioniert?

Aus der Schneelast ergeben sich Profilquerschnitte, Stützenabstände, Verbindungen und Fundamenttiefe. Dazu kommen Spannweite, Geometrie, Wind und Untergrund. Die Berechnung erfolgt nach SIA 261 und wird unterschrieben mit dem Baugesuch eingereicht.

Aluminium oder Stahl — was ist besser?

Das lässt sich nicht an der Schneelast allein entscheiden. Massgebend sind Spannweite, Geometrie, Querschnitte, Anzahl und Lage der Stützen, Wind, Verbindungen und Fundamente. Der Werkstoff folgt aus der Rechnung, nicht aus einer Preisliste.

Warum ist die Höhe über Meer nicht ausreichend?

Weil die Norm eine Zonenkorrektur vorsieht. Arosa liegt auf 1790 m in der Zone ± 0 m, Wald im Zürcher Oberland auf 620 m in der Zone + 200 m. Wer nur mit der Höhe rechnet, liegt in Wald rund vierzig Prozent zu tief — auf der unsicheren Seite.

Was gilt über 2000 Metern?

Dort ist die Formel der Norm nicht mehr anwendbar. Wir geben für solche Lagen keinen Richtwert aus; die Last wird objektspezifisch bestimmt.

Vom Richtwert zur Berechnung

Die Werte dieses Atlas sagen Ihnen, womit an Ihrem Standort zu rechnen ist. Die Zahl, die am Ende in Ihrem Bauwerk steckt, ergibt sich aus Ihrer Parzelle: Geometrie, Spannweite, Auflager, Wind, Untergrund. Diese Berechnung machen wir — und liefern sie unterschrieben mit dem Baugesuch.

Offerte anfordernStandortrechnerBaubewilligung

Quellen und Methode. Norm SIA 261, Anhang D (Bezugshöhe für Schneelasten). Höhenlage: swisstopo, Höhenabfrage über die amtlichen Ortschaftskoordinaten LV95. Ortschaften und Postleitzahlen: swisstopo, amtliches Ortschaftenverzeichnis. Gemeinden: BFS, amtliches Gemeindeverzeichnis, Stand 01.01.2026. Stand der Berechnung: 12.09.2026.

Richtwerte. Die Angaben dienen der territorialen Orientierung. Sie sind keine Bemessung eines Bauwerks. Die tatsächliche Dimensionierung hängt von Geometrie, Spannweite, Querschnitten, Auflagern, Wind und Fundamenten ab und wird im Rahmen der Projektstudie ermittelt.

Website erstellt von WebPro 360
Nach oben scrollen