Solarcarport im Winter

Solarcarport im Winter: Schnee, Eis und der Ertrag zwischen November und Februar

Muss geräumt werden? Was passiert mit der Dachlawine? Und liefert die Anlage überhaupt etwas? Drei Fragen, die vor jedem Vertragsabschluss kommen.

Muss der Schnee vom Dach geräumt werden?

Nein — vorausgesetzt, die Struktur wurde für Ihren Standort gerechnet. Genau das ist der Zweck der Bemessung nach SIA 261: Die Konstruktion trägt die Last, die an Ihrer Adresse zu erwarten ist, ohne dass jemand mit der Schaufel hinaufsteigen muss.

Wer trotzdem räumen will, sollte es lassen. Auf einer Modulfläche verursacht eine Schaufel Mikrorisse in den Zellen, die man von blossem Auge nicht sieht und die den Ertrag dauerhaft senken.

Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, ob geräumt wird, sondern ob die Struktur richtig gerechnet wurde. Ein Angebot ohne Angabe der zugrunde gelegten Schneelast beantwortet sie nicht.

Und die Dachlawine?

Eine Modulfläche ist glatt. Bei Sonne löst sich die Schneedecke irgendwann als Ganzes — und fällt dorthin, wo das Dach endet. Bei einem Carport ist das die Auskragung, also oft genau die Seite, auf der man aussteigt oder das Grundstück betritt.

Das ist planbar. Die Ausrichtung des Gefälles, die Höhe der Dachkante und die Frage, ob Schneefanghaken nötig sind, gehören in die Projektstudie. Wir sprechen das an, bevor gebaut wird — nachträglich ist es eine ärgerliche Nachbesserung.

Wie viel liefert die Anlage im Winter?

Deutlich weniger als im Sommer — die Sonne steht tiefer, die Tage sind kürzer, und im Mittelland kommt der Hochnebel dazu. Eine allgemeine Prozentzahl nennen wir nicht, weil sie stark vom Standort abhängt.

Was sich sagen lässt: Lagen über der Nebelgrenze schneiden im Winterhalbjahr spürbar besser ab als das Mittelland. Unsere Auswertung zeigt das deutlich — St. Gallen auf 670 Metern erreicht 1118 kWh/m² im Jahr, Wallisellen in der Glattebene nur 941. Die Werte für Ihre Ortschaft liefert der Standortrechner, die Methode steht unter Einstrahlung und Ertrag.

Kalte, klare Wintertage sind für Module physikalisch günstig — der Wirkungsgrad steigt bei tiefen Temperaturen. Was fehlt, ist nicht die Kälte, sondern die Sonnenstunden.

Was das für Ihr Projekt heisst

Drei Konsequenzen. Erstens: Die Schneelast Ihrer Adresse gehört in die Offerte, schriftlich. Zweitens: Die Abrutschrichtung wird bei der Planung festgelegt, nicht dem Zufall überlassen. Drittens: Weil der Winterertrag begrenzt ist, entscheidet der Eigenverbrauch über die Wirtschaftlichkeit — nicht die maximale Jahressumme.

Ein Speicher hilft im Winter weniger als im Sommer, weil weniger Überschuss anfällt, den er verschieben könnte. Siehe Wallbox und Speicher.

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